12 Jahre BEM - Eine Zwischenbilanz aus der betrieblichen Praxis

Rückblick auf BEM Erfolge
BEM Zwischenbilanz

12 Jahre betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) -

Eine Zwischenbilanz aus der betrieblichen Praxis

 

 

So sichern Sie sich die Vorteile für Ihr Unternehmen!

 

Bereits seit dem Jahr 2004 sind alle Arbeitgeber in Deutschland nach § 84 Abs. 2 SGB IX dazu verpflichtet, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein betriebliches Eingliederungsmanagement (kurz BEM genannt) anzubieten, wenn diese in den letzten 12 Monaten mehr als sechs Wochen krankheitsbedingt gefehlt haben.

 

Was nach harter Arbeit klingt und in der Tat in den Betrieben zunehmend personelle Ressourcen bindet, hat sich in der Praxis inzwischen zu einem echten Mehrwert für die Unternehmen entwickelt. Da in BEM-Verfahren die Ursachen für hohe Krankenstände sichtbar werden, können die Unternehmen passgenaue Gegenmaßnahmen zur Reduzierung hoher Krankenstände einleiten.

 

Der Nutzen von BEM Gesprächen

Das BEM-Verfahren wird in der Praxis wesentlich durch das Führen sogenannter BEM-Gespräche geprägt. Sie bilden das Herzstück des Verfahrens. In diesen Gesprächen muss echte Aufklärungsarbeit geleistet werden, um die Ursachen für Krankheiten herauszufiltern. Auch drohende Gesundheitsgefährdungen können hier rechtzeitig erkannt werden.

 

Die Liste der denkbaren Ursachen für hohe Krankenstände ist schier unendlich und selbst erfahrene „BEM-Praktiker“ werden täglich mit neuen Sachverhalten konfrontiert, die es in den Unternehmen professionell zu lösen gilt. So sei auch nur exemplarisch erwähnt, dass in dem einen BEM-Verfahren ein technisches Hilfsmittel am Arbeitsplatz zur Reduzierung des Krankenstandes führen kann, wohingegen in einem anderen BEM-Verfahren bestehende Konflikte zwischen Mitarbeiter und Vorgesetztem gelöst werden müssen.

Um als Unternehmen BEM erfolgreich durchführen zu können, sind Kenntnisse in der professionellen Gesprächsführung gefragt. Nur ein geschulter Gesprächspartner wird das Vertrauen der Mitarbeiter in das BEM-Verfahren gewinnen. Das Vertrauen schafft die Grundlage für notwendige Veränderungen am Arbeitsplatz und lässt die Mitarbeiter auch ihre Eigenverantwortung  zur Fehlzeitenreduzierung erkennen.

Entscheidend für ein erfolgreiches BEM ist stets, dass alle Lösungen gemeinsam mit den Mitarbeitern erarbeitet und zeitnah umgesetzt werden. Von der in der Praxis oft beobachteten „Servicementalität“ der Vorgesetzten, die Lösungen in Eigenregie zu erarbeiten, wird dringend abgeraten. Als tragfähig haben sich stets die Lösungen erwiesen, die maßgeblich von den Mitarbeitern eingebracht wurden.

 

BEM als Managementinstrument

Das BEM beleuchtet wie kein anderes Managementinstrument so viele Facetten in den betrieblichen Abläufen und Organisationsstrukturen: Schwachstellen in den Arbeitsprozessen werden durch das BEM sichtbar und ermöglichen den Unternehmen wichtige Optimierungen in struktureller, organisatorischer und personeller Hinsicht.

Eine Aktivität der Unternehmer zur Optimierung der Arbeitsplätze verlangt übrigens auch die Rechtsprechung der Arbeitsgerichte. Im Kündigungsschutzrecht bei Krankheit haben die Gerichte die große Bedeutung des BEM in den letzten zehn Jahren klar herausgearbeitet. Die Unternehmen werden sich darauf einstellen müssen, dass eine krankheitsbedingte Kündigung in der Regel nur dann rechtswirksam ist, wenn zuvor der ernsthafte Versuch zur Optimierung des Arbeitsplatzes unternommen wurde. Sogenannte „Pseudo-BEM-Verfahren“ werden die hohen Anforderungen der Rechtsprechung nicht erfüllen können.

 

Nachhaltige Reduzierung des Krankenstandes

Die Praxis in vielen Unternehmen zeigt es eindrucksvoll: Die professionelle Durchführung des BEM führt zu einer nachhaltigen Reduzierung des Krankenstandes, häufig binnen Jahresfrist um 1-2 Prozentpunkte. Optimierungen im Arbeitsumfeld führen zudem zu weiteren positiven Effekten bei den Mitarbeitern: Verbesserung von Motivation, Leistungsfähigkeit und damit eine höhere Produktivität.

 

Fazit

Dem Ziel, Krankheiten zu überwinden, die Mitarbeitergesundheit zu verbessern und damit Arbeitsplätze für die Zukunft zu erhalten, ist der Gesetzgeber mit der Einführung des BEM ein großes Stück näher gekommen.

 

Autorin: Anja Kayser