· 

Suizid eines Mitarbeiters in der Corona Krise

Suizid eines Mitarbeiters in der Corona Krise

Wie eine Krise Auslöser für Depression sein kann. 

Für viele Unternehmen und deren Mitarbeiter ist die Coronakrise zu einer existenziellen Frage geworden: Können Arbeitsplätze und berufliche Perspektiven erhalten bleiben? 

 

Ein aktueller Fall in diesem Zusammenhang hat mich besonders berührt.

Ein Mitarbeiter wurde von dem in wirtschaftliche Not geratenen Arbeitgeber beauftragt, die notwendigen personellen Maßnahmen wie Kurzarbeit und Kündigungen zu kommunizieren und umzusetzen. Die folgenden Wochen und Monate waren für ihn dermaßen belastend, dass er psychisch so schwer erkrankte und für längere Zeit ausfiel. Als nun die betriebliche Wiedereingliederung anstand, sah er für sich nur noch den Weg in den Suizid. 

 

Nun fragen sich viele Beteiligte: hätten wir das verhindern können?

Die Frage lässt sich nicht einfach beantworten, denn jede Depression verläuft anders und im oben geschilderten Fall konnte auch der Therapeut keine Hinweise zu dieser tragischen Entwicklung feststellen. 

Unternehmen sind gerade jetzt gefordert, aufmerksam zu sein für die emotionale Situation ihrer Beschäftigten, denn viele Menschen leiden unter der sozialen Distanz und entwickeln Angst. Andauernde Stressbelastung sind vielfach verantwortlich für Erkrankungen auf körperlicher Ebene, wie Verspannungen, Kopfschmerzen, Magen- Darmreizungen oder Herz- Kreislaufbeschwerden. Psychisch reagieren viele Betroffene mit Gereiztheit, Nervosität, Konzentrationsmangel, Schlafstörungen, Depressionen bis zum Burnout. 

Auf jeden Fall sind regelmäßige Gespräche mit Kollegen, Freunden oder Angehörigen ein erster Schritt, mit Sorgen und Ängsten besser umzugehen. Empathie und offene Fragen helfen den Betroffenen, sich zu öffnen und bei Bedarf professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Bewegung im Freien ist ebenfalls eine gute Gelegenheit, das hormonelle Gleichgewicht zu fördern und gleichzeitig das Immunsystem zu stärken. 

Mit Hilfe von Apps können Wartezeiten bis zum Beginn einer Therapie gut überbrückt werden (Moodpath oder MindDoc).

Zahlreiche Youtube Videos oder Apps laden zum Kennenlernen von Methoden ein, die den Geist zur Ruhe bringen und Anspannung lösen.

 

Literatur: "Offener Umgang mit psychischer Gesundheit" kostenlose Broschüre zu aktuellen Ergebnissen einer Beschäftigten- und Bevölkerungsbefragung.  Oktober 2020,   Hrsg: Initiative Neue Qualität der Arbeit (www.inqa.de)